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Durch vier Faktoren wird Bordeaux zum bedeutendsten aller Weinbaugebiete: Qualität, Größe, Vielfalt und Einheitlichkeit.
Die beiden letzten widersprechen sich dabei nicht, sie ergänzen sich vielmehr. Sie sind auch die eigentlichen Gründe dafür, dass man hierher immer wieder zurückkehret, um mehr zu holen.
Die Vielfalt der Stile und Arten ist beim Bordeaux – Wein so groß, dass jeder das Seine findet; es gibt keine Zwei Weine, die einander gleich wären, und dennoch herrscht zwischen ihnen eine unverwechselbare Identität, eine klare, ansprechende Qualität, wie nur Bordeaux- Wein sie zu bieten hat.
Im verlauf der 30 Jahre von 1963 bis 1993 ging die AC – Rebfläche von Bordeaux zunächst langsam zurück, nahm später aber wieder zu. 1993 errichtete sie etwa 114000 ha. Nur 4% der gesamten Rebfläche an der Gironde fallen heute nicht unter eine AC. Rotwein trägt heute mit 82% zur Gesamterzeugung von Bordeaux bei – zwischen 1990 und 1995 im Durchschnitt 4,5 Mio. hl- dagegen ist der Weißweinanteil dramatisch von 60% in den 1950er Jahren auf 18% Mitte der 1990er Jahre gefallen.
Aus der Neuanpflanzung geht hervor, dass der Rotweinanteil noch weiter bis auf etwa 90% ansteigen wird.
Die Appellation sind in Bordeaux an sich schon eine Art provisorischer Klassifizierung der Wein nach dem Qualitätsstandart in dem Sinne, dass, je enger sie definiert sind,um so höher auch das Qualitätsniveau der jeweiligen Gebiets liegt.
Weiter als das ist die (offizielle) Einstufung nie gegangen. Alle genaueren Klassifizierungen gelten nur lokal für einen bestimmten Bereich ohne Vergleich mit anderen Bereichen.
Am besten kann man den Qualitätszustand der einzelnen Chateaux in den verschiedenen Bereichen über den Preis vergleichen- das ist auch die Methode der ersten und berühmtesten aller Klassifizierungen, wie sie zur Weltausstellung in Paris 1855 für das Medoc angewendet wurde.
Die Grundlage der Klassifizierung ist in Bordeaux nicht eigentlich der Grund und Boden selbst wie im Burgund, sondern vielmehr das Besitztum, das Weingut oder Chateau. Ein Chateau ist Premier cru oder Quatrieme cru oder Cru bourgeois. Kauft ein Chateau- Besitzer Land von einem Nachbarn mit höherer oder niedrigerer Einstufung und verleibt es seinem Besitz ein, dann erhält es , sofern es sich um geeignetes Land handelt, den Rang des neuen Besitzers. Eine Lage kann also auf- oder abwertet werden, je nachdem, wer ihr Besitzer ist.
Diesen Umstand nutzen besonders die kapitalstarken Premier Cru Chateaus aus. Diese Chateaus sind ständig am Erweitern ihrer Rebfläche durch Zukauf von Grund.
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