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Condrieu, wo die einst rare Viognier- Traube zu Weißwein gekeltert wird, liegt nur etwa 5 km stromabwärts von Ampuis, ebenfalls auf dem nach Süden geneigten rechten Ufer.
Durch Klonen ist diese schwierige Sorte inzwischen stark verbessert und zuverlässiger gemacht worden.Deshalb erleben sie an der Rhone nun eine kleine Renaissance.
St- Joseph erstreckt sich über 50 km Länge und eine Fläche von 300 ha ebenfalls auf diesem Flussufer und umfasst das unmittelbare Hinterland mit einigen sehr guten Lagen, aber wenig einheitlicher Qualität.
Nachdem die Weine von der Rhone praktisch in Vergessenheit geraten waren, hat der Weinhandel Ende der 80er Jahre wieder damit begonnen, in ihnen Tugenden aller Art zu entdecken, vielleicht mehr, als einer leidenschaftslosen Prüfung standhalten zu können.
Die feinsten Weine, Cote Rotie und Hermitage, wurden vor allem in den USA wiederentdeckt, und ihre Preise wurden auf kaum noch realistische Höhen getrieben:
Für große Mengen Wein, die kaum mehr sind als schwerere Vins ordinaires, werden dieselben oder noch höhere Preise verlangt wie für Bordeaux.
Die meisten roten Traubensorten der Rhone sind- ausgenommen Syrah und Mourvedre – entweder derb oder neutral im Geschmack.
Bestenfalls wachsen sie auf einem Boden, der ihre Qualitäten gesteigert zur Geltung bringen kann, wenn sie in geschickte Hände geraten, die das Beste aus ihnen herauszuholen verstehen.
Öfter aber, beruhen die vielstrapazierten Lobgesänge über Düfte nach Trüffel, Wald, Veilchen und Himbeeren auf nichts als Wunschdenken.
Oder sie gelten Vielleicht nur für Weine, die weit älter sind als diejenigen, die wir heute zu trinken gewohnt sind.
Die von dort stammenden Weine werden von den Winzern, die nur insgesamt ein paar Hektar Land haben, miteinander verschnitten.
Es wird freilich mehr Weine als von der (Cote) stammend angeboten, als in Wahrheit überhaupt produziert werden kann- manche Erzeuger benutzen anscheinend die Begriffe (Blonde) und (Brune) als Unterscheidung für leichtere oder schwerere Art.
Ist dagegen nicht von (Cote) die Rede, dann stammt der Wein wahrscheinlich vom (Plateau).
Die Syrah- Traube wind hier mit bis zu 20% Viognier gemischt, manchmal aber auch nicht.
Der Wein bezieht zum Teil aus dieser aromatischen Beige, wahrscheinlich aber noch mehr aus den eigenartigen Böden oder dem kühlsten Kleinklima, eine Delikatesse, die den Cote Rotie schließlich zum feinsten, zumindest aber wuchtigsten aller Rhone- Weine werden lässt.
Nach 10 bis 20 Jahren kommt er einem großen Bordeaux näher als irgend ein anderer französischer Wein, er nimmt ein aufgeschlossenes, weichfruchtiges, unter Umständen an Himbeeren erinnerndes Bukett an, das einen Medoc – jedoch mit wärmerem Körper - denken lässt. In letzter Zeit wird allerdings vielleicht mehr Wert auf Eichenholzaroma gelegt, als der Wein es verträgt.
Ältere Jahrgänge trinkt man am besten kühl, aber nicht kalt
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