Rheinhessen ist mit ca. 26000 Hektar Rebfläche das größte Weinanbaugebiet Deutschlands. Die Eigenheiten der rheinhessischen Weine resultieren aus dem Zusammenspiel von Winzer, Boden, Klima und Relief. Die drei letzten sind die natürlichen Faktoren des Terroirs. Diese Broschüre versucht, Rheinhessens wichtigste Weinbergsböden darzustellen und zu erklären.
Bedeutend für die Eigenschaften einer Weinbergslage ist die Form des Geländes und der Boden. Von seinem Nährstoff-, Wasser- und Lufthaushalt sowie der Erwärmbarkeit und Durchwurzelbarkeit werden Reben, Trauben und Wein entscheidend mitgeprägt. Die Winzer haben es in der Hand, das Potential der Lage durch geschickte Kulturmaßnahmen im Weinberg in die angestrebten Qualitäten von Trauben und Weinen umzusetzen.
Am nördlichen Ende des Oberrheintales, im Rheinknie zwischen den Städten Worms, Mainz, Bingen und Alzey, liegt Rheinhessen. Es ist ein Tafel- und Hügelland, das von bewaldeten Mittelgebirgen umrahmt ist. Im Süden geht es in die Rheinebene über. Die Landschaft, in ihren Grundelementen in der letzten Kaltzeit geformt, ist geprägt durch den Wechsel von meist waldfreien Plateaus aus widerständigem Kalkstein und den durch Hügel und Niederungen gegliederten breiten Tälern der Bäche und Flüsschen in weichen Mergeln.